Konfirmanden

  • Unser TIPP

    Betteln, Stehlen, Überleben: Das Spiel "Change" wirft einen schonungslosen, aber teilnahmsvollen Blick auf das Leben in der Obdachlosigkeit - und ändert damit auch den Blickwinkel seines Publikums.

    Bildstrecke aus dem SPIEGEL

    Schon ganz am Beginn von "Change: A Homeless Survival Experience" ist der Weg, der im Spiel raus aus der Obdachlosigkeit führt, klar vorgezeichnet. Die Gründe, warum man auf der Straße gelandet ist, sind nebensächlich und werden nur angedeutet: Alkohol, gewalttätige Beziehungen, Pech gehabt.

    Praktisch jedoch ist es fast unmöglich, in "Change" aus der Falle der Obdachlosigkeit zu entkommen, egal, wie sehr man sich bemüht. Eine Arbeit bekommt nur, wer gut vorbereitet, sauber, nüchtern und psychisch stabil ist - und selbst dann ist es nicht ausgemacht, dass man den Job zum Mindestlohn tatsächlich kriegt. In der Bibliothek darf nur büffeln, wer regelmäßig im selben Asyl übernachtet. Die Motivation, überhaupt zu lernen, hat nur, wer nicht depressiv ist, oder zu viel Hunger hat, oder zu schmutzige Kleidung trägt.